Forschungsprojekt von Sarah Werding

Uns ist es eine Freude etwas zur Erforschung des Down Syndroms beizutragen.

 

Leider wird hier viel zu wenig getan!

 

Wir würden uns wünschen, dass es noch mehr so engagierte junge Menschen gäbe.

 

Danke an Sarah Werding an dieser Stelle!

 

Text von Sarah Werding (sarah_werding@gmx.net):

Zu unserer Motivation:

Unser gesamtes Forscherteam besteht aus Sonderpädagogen, die irgendwann beschlossen haben, ihren Blick vor allem auf die ersten Lebensmonate und –jahre von Kindern zu richten, die nicht dem in der Gesellschaft verbreiteten Idealbild entsprechen. Jeder von uns hat dabei seinen unterschiedlichen Schwerpunkt. Unsere Professorin, Frau Horsch, kommt aus der Hörgeschädigtenpädagogik, eine andere Mitarbeiterin forscht zum Thema Charge-Syndrom,… Ich habe irgendwann im Laufe meines Grundstudiums [ich weiß immer noch nicht genau, wie es eigentlich dazu kam ;-) ] damit begonnen, mich insbesondere für das Down-Syndrom zu interessieren. Ich habe viel über dieses Thema gelesen und meine erste wissenschaftliche Arbeit über Kinder mit Down-Syndrom geschrieben. Mir ist aufgefallen, dass Menschen mit Down-Syndrom oft auf langsamere Motorikentwicklung, langsamere Sprachentwicklung und von der Norm abweichende geistige Fähigkeiten reduziert werden. Ich bin aber der Meinung, dass ein Mensch (egal ob mit oder ohne Down-Syndrom) viel mehr ist als nur Motorik, Kognition und Sprache.

Ich bin der Überzeugung, dass zwischenmenschliche Beziehungen eine wahnsinnig wichtige Bedeutung haben – u.a. auch für Sprachentwicklung, Motorikentwicklung,…. Wenn wir effektiv frühfördern wollen, müssen wir also unseren Blick auf die Beziehung und die Interaktion zwischen Kind und Eltern richten. Tatsache ist aber, dass diese Interaktionen bislang von keinem umfassend untersucht worden sind. Woran soll man sich also in der Frühförderung orientieren?

Noch während meines Grundstudiums der Sonderpädagogik habe ich beschlossen, dass ich später in der Frühförderung arbeiten möchte. Aus diesem Grund habe ich Sonderpädagogische Frühförderung als Erweiterungsstudiengang studiert. Parallel dazu habe ich im Forschungsprojekt „Dialogische Entwicklung bei Säuglingen“ (Leitung: Frau Prof. Dr. Horsch) gearbeitet. Wir haben zunächst untersucht, wie Beziehung und Interaktion bei Säuglingen ohne Entwicklungsauffälligkeit gestaltet sind. Neben einer großen Zahl von nichtbehinderten Kindern und ihren Eltern haben u.a. auch 5 Mütter mit Kindern mit Down-Syndrom an dem Projekt teilgenommen. So haben wir erste Anhaltspunkte gewonnen, wie Beziehung und Dialog im Kontext Down-Syndrom aussehen könnten. Diese Anhaltspunkte stellen den Ausgangspunkt für die neue Studie „Frühe Bildung im Kontext Down-Syndrom“ dar. Wir möchten die Dialoge zwischen Eltern und Säugling mit Down-Syndrom nun auf breiterer Basis untersuchen.

Ziel ist es, Anhaltspunkte für die Entwicklung von Frühförderkonzepten zu gewinnen, die sich nicht nur auf die Bereiche Motorik, Sprache und Kognition beschränken, sondern den betroffenen Familien frühzeitig und umfassend Unterstützung bieten können.

Parallel zum Forschungsprojekt arbeite ich derzeit als Sonderschullehrerin. Sobald ich das notwendige Konzept entwickelt habe, möchte ich aber als Frühförderin tätig sein. Die Doktorarbeit ist quasi nur eine „Begleiterscheinung“ des Projektes. Wichtig sind mir in erster Linie die Forschungsergebnisse - wobei ein Dr.-Titel natürlich nicht zu verachten ist ;-)


Zum Ablauf des Projektes:

Wir untersuchen 20 Väter und Mütter mit Säuglingen mit Down-Syndrom. Hierzu werden über 1 Jahr hinweg einmal monatlich 20minütige Videoaufnahmen von Vater und Kind sowie Mutter und Kind (d.h. pro Familie 40min im Monat) erstellt. Die Aufnahmen werden bei den Familien daheim gemacht. Gefilmt werden ganz alltägliche Situationen (z.B. Spielen, Füttern, Wickeln, Baden).

Zusätzlich werden die Familen zweimal besuct. Einmal am Anfang der Teilnahme, um ein Anamnesegespräch zu führen und einen Entwicklungstest zu machen. Diesen Test wird am Ende des Projektes (also nach einem Jahr) wiederholt, so dass man sehen kann, wie sich das Kind im gefilmten Jahr entwickelt hat.